Rezension

Lichterglanz & Dunkelschatten – C.I. Harriot

Lesedauer: 4 Minuten

Vor kurzem war ich in einer magischen Welt gefangen und konnte erst daraus entkommen, als ich am Ende der Geschichte angelangt war… Auch wenn ich das Gefühl habe, dass es erst im nächsten Teil der Magiesprung Chronik so richtig ans Eingemachte geht, konnte mich der erste Band bereits mitreißen und für sich gewinnen – denn wo sonst finde ich diese einmalige Sprungmagie, gepaart mit Mystik und coolen Protas an einem Ort? Interessanterweise können wir übrigens ab heute die Geschehnisse live miterleben – denn die eigentliche Geschichte beginnt an diesem Tag.

Buchvorstellung

 

Titel: Lichterglanz & Dunkelschatten – Magiesprung Chronik 1
Autorin: C.I. Harriot
Verlag: Drachenmond Verlag
Seiten: ca. 310
Erscheinung: 28.02.2019
Formate: eBook und Taschenbuch
Band 1 einer Dilogie

Klappentext
„Wir können versuchen, sie zu verdrängen, hoffen, sie zu vergessen, sie über Jahre hinweg verleugnen, aber sie werden auf ewig ein Teil von uns sein.“
Tollpatsch & Freak – Begriffe, mit denen Erin Summer sich zu hundert Prozent identifizieren kann, denn ihr Leben ist alles, aber nicht normal …
Unerklärliche Ohnmachtsanfälle und ihre eigenwillige Art sorgen nicht unbedingt dafür, dass sie zu den beliebtesten Mädchen der Schule gehört, aber wer braucht schon den Segen aller, wenn er eine genauso verrückte beste Freundin hat?
Blöd nur, dass auch die kein Patentrezept gegen Erins plötzlich auftretende Wahnvorstellungen besitzt. Doch was ist, wenn es gar keine Wahnvorstellungen sind?
Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr wie zuvor. Verfolgt von Schattengestalten und mysteriösen Männern findet sich Erin in einem tödlichen Spiel wieder basierend auf einer Vergangenheit, von der die Waise bisher keine Ahnung hatte.
Vier Generationen der Feindschaft und Annäherung, zwei Magien und ein Geheimnis, das alles besiegeln wird.

 

Erster Absatz

September 2018

Nichts durchbricht das Schweigen, das sich auf der Erde ausgebreitet hat. Es herrscht eine ewig währende Schwärze, die den Kampf mit der Sonne bereits vor vielen Jahren gewann.

Magiesprung Chronik Band 1; C.I. Harriot; S. 5

 

Lieblingszitat

Rezension

Cover

Das Cover – gestaltet vom Covergott Alexander Kopainski – besticht durch seine Zweifarbigkeit sowie den Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit. Vor allem die Blitze sind ein wahrer Blickfang, wie sie die Schrift umschlingen und eine bedrohliche sowie mystische Atmosphäre schaffen. Das Kleidchen gibt viel von der Geschichte wieder, weswegen es nicht besser hätte passen können…

Geschichte und Weltenaufbau

Der Prolog versetzt den/die Leser/in direkt ins bedrohliche Manolin – welches stark an unser London erinnert. Wir begleiten Erin auf einer Flucht durch die Straßen der Stadt, denn sie fühlt sich verfolgt und soll kurz darauf herausfinden, wer hinter ihr her ist. Schlussendlich erwacht sie jedoch aus einem schlimmen Albtraum – die Jagd war nicht echt…
Kurz darauf – zum Beginn des ersten Kapitels – werden wir mit einem kleinen Zeitsprung konfrontiert und befinden uns am Tag des 3. März 2019. Scheinbar ist mit Erin alles in Ordnung und oben erwähnte Flucht scheint mit keinem Wort in ihrem Gehirn herumzuspuken. Stattdessen erfährt der/die Leser/in allgemeine Informationen rund um Erin und ihre Familiengeschichte.
Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Protagonistin plötzlich ein eine Ohnmacht fällt, die sich mittlerweile zu häufen scheinen. Wir begleiten sie auf dem Weg durch ihren Alltag, der durch die Anfälle gespickt ist mit Angst, Unsicherheit und vielen Arztbesuchen – doch ist sie tatsächlich krank? Muss sie sogar sterben? Und vor allem: Warum hat sie das Gefühl, ständig verfolgt zu werden?

Der Weltenaufbau, der sich uns während des Lesens immer mehr erschließt, ist sehr komplex und ohne weiteres nicht leicht zu erklären. Tatsache ist aber, dass es in der Welt von Erin Magie gibt, die Lichtspringer, Dunkelspringer und Dunkelschatten für sich auf verschiedene Arten nutzen. Zudem gibt es ehemalige Götter, Prophezeiungen, Intrigen, Lügen und eine Menge Rätsel, die Erin und auch Finley auf ihrem Abenteuer quer durch Manolin begleiten.
Auch wenn erst zum Schluss fast alle Puzzleteile zusammengefügt werden können und der/die Leser/in nur erahnt, wie groß das ganze Gefüge ist, dass sich C.I. Harriot ausgedacht hat, wird die Geschichte und die Welt, in der wir uns da bewegen, dennoch keinesfalls langweilig; denn gerade das Mitfiebern und -rätseln ließ mich nur so durch die Seiten fliegen.

Schreibstil und Inhalt

Der Schreibstil von C.I. Harriot ist luftig leicht, gut zu lesen, spannend, fesselnd – nicht zuletzt deswegen wurde die Geschichte zu einem Rennen durch die Seiten.
Persönlich finde ich Perspektivwechsel in Büchern auflockernd und irre interessant, da die Geschichte – wenn die Wechsel gut genutzt werden – so an zusätzlicher Spannung, neuen Erkenntnissen und das stetige Gefühl „am Ball bleiben zu wollen“ gewinnt. Dies ist der Autorin super gelungen. Auch wenn ich das Gefühl hatte, dass der eigentliche Kern der Story erst zum Ende von Band 1 ans Tageslicht kam und der Folgeteil mit Sicherheit die meisten Auflösungen bereit hält, hatte ich rückblickend selten die Frage, worauf die Geschichte eigentlich hinaus will. Erst zum Ende hin, als mir klar wurde, dass wohl viele Fragen noch offen bleiben, war ich etwas… enttäuscht definitiv nicht, aber… ruhelos. Weil ich wissen möchte, was denn nun die Antworten auf all die offen gebliebenen Fragen sind.

Auf ungefähr 310 Seiten wurde „Lichterglanz & Dunkelschatten“ in 3 Teile gesplittet. Der Grund ist mir nicht ganz ersichtlich, jedoch sind die Illustrationen zwischen den einzelnen Teilen ein wahrer Blickfang. Mit insgesamt 30 Kapiteln und vielen Sichtwechseln zwischen Erin und Finley auch innerhalb ebenjener, hatte ich das Gefühl, dass die Seiten nur so davonfliegen und ich noch mehr wissen möchte. Blatt um Blatt wurde gewendet, begleitet mit seufzen, kichern, verkrampften Fingern sobald der Adrenalinpegel anstieg – außerdem bildeten sich jede Menge Fragezeichen im Gehirn, die unbedingt zu erleuchteten Glühbirnen umgewandelt werden wollten.

Charaktere

Finley
Erin

 

Erin und Finley – Charaktere, die beide gleichermaßen zu Wort kommen und nicht unterschiedlicher sein könnten. In einer Weise ähneln sie sich aber schon: beide haben keine Ahnung von dem, was sie wirklich sind. Beide wurden in Unwissen über sich selbst und ihre Vergangenheit gelassen – oder sind mit Lügen aufgewachsen.
Was liebenswert, tollpatschig und herzensgut bei Erin wie die Faust aufs Auge passt, ist bei Finley hartherzig, mutig und ganz gegen seinen Willen: ein weicher Kern.

Auch die Nebencharaktere hat die Autorin wunderbar ausgearbeitet, jeder wirkt echt und zum „Anfassen“, niemand bleibt farblos – auch wenn manche sich in Rätsel und Lügen hüllen – der Instinkt weiß, wer Licht und wer Dunkelheit bringt.

Fazit

Alles in allem kann ich für „Lichterglanz & Dunkelschatten“ eine absolute Empfehlung aussprechen – bereist die Welt und entdeckt selbst, was ich hier nicht zu ausführlich ansprechen möchte.
Begegnet Magie, Mystik, Prophezeiungen, Spannung und Abenteuer, die euch nicht loslassen – bis zum Schluss. Denn dann zwingt sich euch der Wille auf, mit einem „Accio Band 2“ das Finale der Dilogie herbeizubeschwören.
Doch glaubt mir, wenn ich sage: Es wird leider nicht funktionieren…

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