Rezension

Miep & Moppe: Alles reine Verwandlungssache – Stine Oliver

Weltenvorstellung

Titel:
Miep & Moppe – Alles reine Verwandlungssache  
Autorin:
Stine Oliver 
Verlag:
Selfpublishing/BoD
Cover/Illustrationen: 
Elli Brockmann
Seiten:
236
Formate:
eBook, Taschenbuch, Hardcover
Erscheinung:
04. Februar 2019

Klappentext

Miep hätte absolut nichts gegen besondere Kräfte, die einer Superheldin oder Zauberin vielleicht. Stattdessen verwandelt sie sich plötzlich in ein Eichhörnchen.
Während sich der Teenie mit dem vermeintlich uncoolen Schicksal anzufreunden versucht, sind einige Tiere in der Gegend sofort begeistert von ihr. Allen voran das stark lispelnde, leicht zickige und zugleich herzensgute Zwergkaninchen Moppe. Miep ist skeptisch und wüsste zu gern: Warum kann der Fellträger lesen? Was will der Plattdeutsch sprechende komische Kauz im Wald von mir? Was wissen Oma und Mama? Und vor allem: Behalte ich die seltsamen Ohrpuschel etwa für immer?

 

Rezension

Anmerkung: Ich durfte das „Miep & Moppe“ als Bloggerbotschafterin des DSPP 2019 lesen. Hierbei handelt es sich also um eine Meinung zu einem Rezensionsexemplar. Natürlich beeinflusst dies meine Meinung keineswegs. 

 

Ein überaus sarkastischer Teenie trifft auf lispelndes Karnickel 

 Was habe ich Tränen gelacht. Miep wurde als 13 jähriges Teenie Mädel perfekt getroffen: wunderbar sarkastisch, immer ein klein wenig Vorlaut und schnelleres Sprechen als Denken. Da kann es schon einmal vorkommen, dass ihr kleine Bemerkungen über die Lippen rutschen, die vielleicht manchmal ein klein wenig… gemein?… neee, vollkommen ehrlich!… sind. 

Ohne große Umschweife erfahren wir als Leser direkt ihr großes Problem – das Miep erst gar nicht wirklich begreift. Warum auch sollte man davon ausgehen, dass die Pfoten – wo normalerweise Mieps Hände sind – auch wirklich real sind? Nein, ein Teenie wie sie findet natürlich erstmal allerlei Gründe, warum sie wohl gerade ein wenig übergeschnappt ist. Die Hitze vielleicht. Oder die gülleduftende, frische Landluft. 

Als sie auf Moppe, das lispelnde Zwergkaninchen, trifft, ist das Chaos perfekt – und das Abenteuer beginnt natürlich erst. Was wohl ein Mädchen, das sich gerne mal – wenn auch unbeabsichtigt – in ein Eichhörnchen verwandelt und ein flauschiges Kaninchen alles erleben können? 

Lachtränen, norddeutsche Sprache und eine Geschichte, die Groß und Klein zu unterhalten weiß

Stine Oliver hat mir mit „Miep & Moppe“ bewiesen, dass sie es kann: einen All Ager zu schreiben, der wirklich alle Leser, egal ob jung oder alt, unterhalten kann. Es macht Spaß, Mieps Verwandlungen mitzuverfolgen und so einen kleinen Hauch von Magie zu spüren. Eine Magie, die mich als Leserin aber auch innerhalb der Worte, Zeilen und Seiten immer wieder in ihren Bann zog – denn selten trifft man in einem Buch auf dermaßen triefenden Sarkasmus, der mit einem unglaublich amüsanten Teeniegehabe voll überzeugt.
Auch Moppe, der in einigen Kapitel zu Wort kommt, drückt sich einfach nur herrlich und kaninchengerecht aus – es ist eine Mischung aus knuffig, witzig und einfach nur cool.  

Ein wenig schwierig und aufhaltend waren für mich jedoch die immer wieder auftauchenden norddeutschen Wörter, von denen ich nur wenige kannte. Einerseits war es schön, so ein wenig Neues hinzuzulernen, andererseits war es dann ab und an aber auch mühsam, wirklich am Ball zu bleiben. Gut, dass die Autorin mitgedacht und ein Glossar für all jene Wörter erstellt hat – sonst wäre ich so manches Mal hoffnungslos verloren gewesen. Dennoch kann ich es verstehen, dass Stine Oliver ein wenig ihrer Wurzeln mit in die Geschichte einfließen lassen wollte. Außerdem gebe ich es zu: manche Ausdrücke haben mich dann doch ein wenig grinsen lassen.  

Fazit

Stine Oliver hat mich mit ihrer Welt begeistert und gezeigt, dass es auch Bücher geben kann, die sowohl junge als auch alte Leser in ihren Bann ziehen können.
Die sehr realistisch wirkende – schließlich waren wir alle ja mal in dem Alter – Gedankenwelt von Miep, mitsamt ihrem überschäumenden Sarkasmus sowie Moppe mit seinem Bücherwurm-Kaninchen“charme“ konnten mich vollkommen überzeugen. 

Einzig manch plattdeutschen Wörter warfen mich ein wenig aus der Bahn. Da die Autorin jedoch ein mit Herzblut angelegtes Glossar hinten im Buch angehängt hat (seht euch die Fußnoten an! 😀 – nicht nur da, generell!), finde ich diesen Umstand allerdings nicht allzu schlimm. 

Alles in allem ist „Miep & Moppe“ ein mit Witz bestechendes, mit Fantasy lockendes und mit einem tollen Gesamtpaket überzeugendes Buch für Groß und Klein, Jung und Alt. Ein All Ager, das ich euch nur ans Herz legen kann. 

Plüm vergibt für diese Welt folgende Sternenanzahl:
5/5

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