Rezension

»Scherben aus Gold« – Ebru Adin

Weltenvorstellung

Titel:
Scherben aus Gold 
Autorin:
Ebru Adin 
Verlag:
Hawkify Books
Cover: 
Jaqueline Kropmanns
Seiten:
450
Formate:
eBook, Taschenbuch, HC (Limited Edition) 
Erscheinung:
11. April 2019

Klappentext

»Meine Geschichte ist nur ein weiteres Kapitel in seiner.«

Durch eine psychische Erkrankung ist es für die 19-jährige Adaline unmöglich, ein normales Leben zu führen. Das ändert sich auch nicht, als sie mit ihrer Mutter in die Kleinstadt Shivermond zieht, um ihren Schulabschluss nachzuholen. Seltsame Dinge geschehen und sie erkennt, dass magisches Blut durch ihre Adern fließt. Ein altes Tagebuch treibt sie zu einem mächtigen Hexenzirkel und auf der Suche nach Antworten begegnet sie dem geheimnisvollen Caeden, der den Schlüssel zur Wahrheit verbirgt. Aber es scheint, als wäre sie nicht die einzige mit einem düsteren Geheimnis …

Eine Geschichte, die alles verändert.

Eine Liebe, die nicht sein darf.

Und ein Fluch, der den Tod bringen wird …

Rezension

Weltenbummler, die meine Rezensionen kennen, wissen, dass ich normalerweise die Punkte »Geschichte« und »Schreibstil« in zwei Abschnitte aufteile – dieses Mal kann ich dies aufgrund der Erläuterung meiner eigenen Meinung nicht machen. Deswegen wird es EIN längerer Abschnitt. 

Übrigens handelt es sich bei meinem eBook um ein Vorab- bzw. Rezensionsexemplar. 

Geschichte und Schreibstil 

In »Scherben aus Gold« geht es um eine junge Frau namens Adaline, die psychisch labil ist – zumindest denken sie und alle anderen dies. Häufige Krankenhausbesuche und Anfälle in Sinne von Halluzinationen bestimmen ihren Alltag.
Bis ihre Mutter und sie in ein großes Haus zu dem Stiefvater und den Stiefbrüdern ziehen. Das Haus und auch die Besitzer scheinen allesamt sehr geheimnisvoll und als Adeline eines Tages von einer Stimme zu einem Tagebuch geführt wird, erfährt sie, was sie in Wahrheit ist – eine Hexe. 
Nun beginnt ein Strudel aus Intrigen, die aufgedeckt werden, viel Magie und die Jagd nach der Wahrheit. 

Meine Meinung zur Geschichte ist unglaublich zwiegespalten. So gut sich der Klappentext anhört, so toll der Prolog auch geschrieben ist und den Leser direkt anspricht – was ich persönlich immer sehr spannend finde – so unbeeindruckend und langweilig fand ich den Einstieg.
Vermutlich bin ich aufgrund des Covers und des Klappentexts mit großen Erwartungen an die Geschichte herangegangen, die mit dem Prolog noch einmal gesteigert wurden. Was ich dann ab Kapitel 1 jedoch bekam, ließ mich das Buch leider erstmal wieder aus der Hand legen. Der Anfang war für einen Einstieg in eine Urban Fantasy Welt nicht schlecht, jedoch hat mich der Schreibstil leider davon abgehalten, in die Geschichte eintauchen zu können. Mein Problem war, dass auf den ersten Seiten fast jeder Satz mit den selben Wörtern begann: ich, mein, Mom. Wiederholungen schienen dort vorprogrammiert. Die Struktur der Sätze war zudem recht monoton, da sie oft einem Schema F folgten.
Aus diesen Gründen fand ich es zunächst unheimlich schwer, in die Story hineinzufinden oder eine emotionale Verbindung zu Adaline herzustellen. Diese ist für mich als Leserin im Hinblick auf die Hauptprotagonistin, die aus der Ich-Perspektive erzählt, jedoch essenziell wichtig.

Irgendwann wurde der Schreibstil dann aber etwas flüssiger, sodass ich einen kleinen Zugang zu der Welt finden konnte. Wären manche – in meinen Augen – »Logikfehler« nicht gewesen, hätte ich den weiteren Verlauf als spannend beschrieben. So war jedoch das Problem mit dem Tagebuch. Mir war nicht ersichtlich, warum die Protagonistin darin liest, um daraufhin etwas zu erfahren, was Fragen aufwirft – nur um kurz danach das Buch wieder zur Seite zu legen, statt weiterzulesen. Für mich war ebendies sehr unlogisch und hat mich zuweilen auch in den Wahnsinn getrieben – nur leider nicht im positiven Sinn. 

Zugute halten muss ich aber zumindest, dass Ebru Adin eine Welt erschaffen hat, die voller Magie und phantastischen Elementen ist. Viele Abenteuer musste Adaline gemeinsam mit ihren Freunden meistern, sie musste lernen, mit ihren Fähigkeiten umzugehen und vor allem: einsehen, dass sie möglicherweise doch nicht so verrückt ist, wie sie es ihr bisheriges Leben lang immer dachte.
Ein wenig Liebe ist übrigens in der Geschichte auch vorhanden, jedoch war das für mich leider nicht unbedingt nachvollziehbar – letztendlich schwamm ich bei der Geschichte nämlich oft nur an der Oberfläche und konnte nicht richtig in die Welt eintauchen. 

Im Endeffekt müsst ihr als LeserInnen selbst entscheiden, ob ihr »Scherben aus Gold« lest, oder nicht. Ich kann hierzu nur sagen, dass die Rezensionen ziemlich weit auseinander gehen, denn die einen mochten die Welt sehr, während die anderen eher weniger zufrieden waren. 

Charaktere

Trotz der recht langgezogenen Geschichte konnte ich keinen wirklichen Zugang zu Adaline und den anderen Protagonisten finden. Viele Gedankengänge waren für mich nicht unbedingt nachvollziehbar und manchmal hätte ich die Frau am liebsten geschüttelt. Besonders dann, wenn sie wieder mal im Begriff war, das Tagebuch nach ein oder zwei gelesenen Seiten wieder wegzulegen. Ich meine, warum macht man sowas, wenn man mit seinen Freunden doch eigentlich versucht, die ganzen Rätsel aufzudecken?
Wie dem auch sei – so ziemlich alle Charaktere blieben für mich leider farblos, sodass mir niemand so wirklich ans Herz wachsen konnte. Dadurch fiel es mir unheimlich schwer, die Protas einzuschätzen und mit ihnen mitzufiebern. 

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Fazit

Das Buch »Scherben aus Gold« von Ebru Adin kann ich an dieser Stelle leider nicht weiterempfehlen. Aufgrund des Schreibstils und des recht langwierigen sowie oberflächlichen Verlaufs der Story wurde mir die Welt – die mit ihrer Magie, den Hexen und anderen Wesen eigentlich interessant war – ziemlich madig gemacht. Leider erhielt ich dadurch keinen wirklichen Zugang zu den Protagonisten, was für mich eine Geschichte normalerweise erst so richtig interessant macht und ihr Tiefe verleiht. 

 
Empfehlen kann ich euch LeserInnen aber dennoch, einfach mal die positiven Rezensionen zu lesen und euch eine eigene Meinung zum Buch zu bilden; vielleicht gefällt euch die Geschichte ja trotzdem. 

Plüm vergibt für diese Welt folgende Sternenanzahl:
3/5

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